A
Achtsamkeit
Achtsamkeit bezeichnet das absichtliche, wertfreie Wahrnehmen des Moments: Gedanken, Körperempfindungen, Atem. In säkularer Form ist sie aus buddhistischer und psychologischer Praxis entlehnt. Christliche Achtsamkeit zielt auf hörende Gegenwart vor Gott und bleibt so vom reinen Selbstbezug unterschieden.
Encyclopaedia Britannica: Mindfulness, Quelle
Altorientalische Christen
Altorientalische Christen sind die alten Ostkirchen, die sich nach den Konzilen von Ephesus (431) und Chalcedon (451) von Byzanz trennten: koptische, armenische, syrische, äthiopische und weitere Kirchen. Sie bewahren apostolische Nachfolge, eigene Liturgien und teils eigene Christologien.
Lumen gentium, Nr. 23
Apostel
Apostel heißt wörtlich „Gesandter". Im engeren Sinn bezeichnet der Titel die Zwölf, die Jesus berief, sowie Paulus. Sie gelten als bevollmächtigte Zeugen der Auferstehung und als Stifter der Kirche. Im weiteren Sinn nennt die frühe Kirche auch andere Missionare Apostel.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 858
Apostolat
Apostolat meint die Beteiligung der Gläubigen an der Sendung der Kirche, vor allem durch Glaubenszeugnis, Evangelisierung und Werke der Nächstenliebe. Theologisch umfasst es jede Tätigkeit, die den Auftrag Jesu an alle Getauften fortführt, im Alltag wie in kirchlichen Verbänden.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 863
Apostolische Sukzession
Apostolische Sukzession bezeichnet die ununterbrochene Kette der Bischofsweihen von den Aposteln bis heute. Jeder Bischof wird durch Handauflegung und Gebet eines bereits geweihten Bischofs in dieses Amt eingeführt. Die katholische Kirche versteht sie als Voraussetzung für die Gültigkeit der Weihen und Sakramente.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 77
Ashtanga / Vinyasa
Ashtanga und Vinyasa sind zwei weit verbreitete Stilrichtungen des modernen Yoga. Ashtanga folgt einer festen Reihe von Körperstellungen in stets gleicher Abfolge; Vinyasa verbindet Bewegung und Atem in fließenden Sequenzen. Beide können als reine Körperübung oder als Zugang zu einer geistigen Weltdeutung vermittelt werden.
Encyclopaedia Britannica: Ashtanga Yoga, Quelle
Askese
Askese ist die geübte Selbstzucht: Verzicht, Fasten, Stille, regelmäßiges Gebet. Sie zielt nicht auf Leistung, sondern auf innere Freiheit und hörende Aufmerksamkeit. Christliche Askese will den Menschen für Gottes Wirken öffnen, nicht ihn verhärten.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 2013
Athanasius von Alexandrien
Athanasius von Alexandrien (um 295–373) war Patriarch von Alexandrien und Verteidiger der nikänischen Christologie gegen die Lehre des Arius. Er prägte die Formel, dass der Sohn „wesensgleich" (homoousios) mit dem Vater sei. Seine Schriften gegen die Arianer und sein Osterfestbrief gehören zu den Schlüsseltexten des 4. Jahrhunderts.
Stanford Encyclopedia of Philosophy: Athanasius, Quelle
Auferstehung des Leibes
Auferstehung des Leibes ist die christliche Hoffnung, dass Gott den ganzen Menschen am Ende der Zeit von den Toten auferweckt. „Leib" meint dabei nicht nur den Körper, sondern die ganze Person in Beziehung. Die Seele überdauert den Tod, doch die Fülle des Lebens erwarten Christen in der leiblichen Auferstehung.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 988
Auferweckung
Auferweckung ist die theologische Sprache für die Auferstehung Jesu Christi. Das Wort betont das aktive Handeln Gottes: Er hat Jesus nicht im Tod gelassen, sondern von den Toten auferweckt. Im Unterschied zu einer bloßen Wiederbelebung ist die Auferweckung der Übergang in ein neues, unvergängliches Leben.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 647
Augsburger Bekenntnis
Das Augsburger Bekenntnis (Confessio Augustana) ist die wichtigste lutherische Bekenntnisschrift von 1530, vorgetragen vor Kaiser Karl V. Es formuliert in 28 Artikeln den evangelischen Glauben gegen die katholische Lehre der Zeit, insbesondere zu Sünde, Rechtfertigung und Sakramenten.
Augsburger Bekenntnis, EKD
B
Bhagavad-Gītā
Die Bhagavad-Gītā ist ein philosophisches Gedicht des Hinduismus, Teil des Mahābhārata, in dem Krishna dem Krieger Arjuna die Grundfragen von Pflicht, Handeln und Erlösung entfaltet. Sie zählt zu den einflussreichsten heiligen Schriften Indiens.
Encyclopaedia Britannica: Bhagavadgita, Quelle
Bischof von Rom
Bischof von Rom ist der amtliche Titel des Papstes. Er erinnert daran, dass der Papst als Nachfolger des Apostels Petrus die Ortskirche von Rom leitet. „Bischof von Rom" macht die territoriale und apostolische Grundlage des Amtes sichtbar, die der populäre Titel „Papst" allein nicht trägt.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 882
C
Caritas
Caritas heißt wörtlich Nächstenliebe. Sie ist die christliche Grundhaltung, den anderen um seiner selbst willen zu sehen und zu dienen. In Deutschland bezeichnet „Caritas" zugleich den katholischen Wohlfahrtsverband, der diese Haltung in konkreten Werken der Hilfe, Pflege und Bildung umsetzt.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1822
Caritas (Verband)
Der Deutsche Caritasverband ist der katholische Wohlfahrtsverband in Deutschland, gegründet 1897 in Köln. Er tritt in der Caritas, der Sozial- und Jugendhilfe, in Pflege, Bildung und Katastrophenhilfe auf und ist Träger zahlreicher Krankenhäuser, Heime und Beratungsstellen.
Deutscher Caritasverband e. V., Quelle
Chakra / Chakren
Chakra bedeutet auf Sanskrit „Rad“ oder „Kreis“. In verschiedenen hinduistischen und buddhistischen Tantra- und Yoga-Traditionen bezeichnet der Begriff ein Zentrum des sogenannten feinstofflichen Körpers. Zahl, Lage und Bedeutung der Chakren unterscheiden sich je nach Tradition; gemeint ist ein religiöses Modell, keine medizinische Anatomie.
Encyclopedia of Psychology and Religion: Chakras, Quelle
D
deuterokanonisch
Deuterokanonisch heißen die Bücher des Alten Testaments, die in der katholischen und orthodoxen Bibel zum Kanon gehören, in der jüdischen und protestantischen Bibel jedoch nicht: Tobit, Judit, Weisheit, Jesus Sirach, Baruch, 1. und 2. Makkabäer sowie Teile von Esther und Daniel. Sie gelten in der katholischen Kirche als vollwertige Heilige Schrift.
Päpstliche Bibelkommission: Die Inspiration und die Wahrheit der Heiligen Schrift, Quelle
Diözese
Eine Diözese ist ein fest umrissener kirchlicher Sprengel unter der Leitung eines Bischofs. Sie umfasst Pfarreien, Einrichtungen und Gläubige eines Gebiets und ist die mittlere Ebene der katholischen Kirchenverfassung zwischen Weltkirche und Gemeinde.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 833
Dispens
Dispens ist die kirchenrechtliche Befreiung von einer konkreten Verpflichtung, etwa der Sonntagspflicht, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Sie wird vom zuständigen Seelsorger oder Ordinarius ausgestellt und hebt die Pflicht für den Einzelfall auf, nicht das Gesetz selbst.
Codex Iuris Canonici, can. 87
Dogma
Ein Dogma ist eine verbindliche Glaubenswahrheit, die von der Kirche kraft ihres Lehramtes als geoffenbart erklärt wird. Dogmen sind nicht willkürlich gesetzt, sondern beanspruchen, den Inhalt des Glaubens authentisch zu bezeugen. Sie verlangen die Zustimmung des Verstandes und des Herzens.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 88
Dreifaltigkeit
Dreifaltigkeit (Trinität) ist die Lehre, dass der eine Gott in drei Personen lebt: Vater, Sohn und Heiliger Geist. Sie ist nicht drei Götter, sondern ein göttliches Leben in Beziehung. Die Lehre entfaltet das Neue Testament und wurde auf den Konzilien von Nizäa (325) und Konstantinopel (381) verbindlich formuliert.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 232
E
Enzyklika
Eine Enzyklika ist ein Rundschreiben des Papstes an die gesamte Kirche, meist zu Fragen der Lehre, der Seelsorge oder der gesellschaftlichen Lage. Sie trägt den lateinischen Anfang des Textes als Namen, etwa „Spe salvi" oder „Laudato si'". Enzykliken sind lehramtlich gewichtig, aber nicht in jedem Satz unfehlbar definiert.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 89
Erster Clemensbrief
Der Erste Clemensbrief ist ein Schreiben des Bischofs Clemens von Rom an die Gemeinde in Korinth, verfasst gegen Ende des 1. Jahrhunderts. Er zählt zu den ältesten christlichen Texten außerhalb des Neuen Testaments und bezeugt die frühe Ordnung der Kirche sowie die Autorität Roms.
Didaskalia Apostolorum — Erstes und Zweites Jahrhundert, Quelle
Erstes Vatikanisches Konzil
Das Erste Vatikanische Konzil tagte 1869/70 unter Papst Pius IX. und wurde durch den Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges unterbrochen. Es definierte die Unfehlbarkeit des Papstes im Bereich von Glaube und Sitte, wenn er ex cathedra spricht. Die Lehre von der Jurisdiktion und Primat des Papstes war ebenfalls Thema.
Lumen gentium, Nr. 18
Eucharistie
Eucharistie (griechisch „Danksagung") ist die Feier des Todes und der Auferstehung Jesu Christi unter den Gestalten von Brot und Wein. Katholiken glauben, dass Brot und Wein durch die Weihe wahrhaft zum Leib und Blut Christi werden. Der Name deckt die Feier als ganze: Danksagung, Gedächtnis, Gegenwart und Gemeinschaft.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1322
Eusebius von Caesarea
Eusebius von Caesarea (um 260–340) war Bischof von Caesarea und der „Vater der Kirchengeschichte". Seine „Kirchengeschichte" ist die älteste zusammenhängende Darstellung des Christentums von den Anfängen bis zu seiner Zeit. Er verfasste auch eine Chronik, apologetische Schriften und Kommentare zu den Psalmen.
Stanford Encyclopedia of Philosophy: Eusebius, Quelle
Evangelikal
Evangelikal bezeichnet eine Strömung im Protestantismus, die persönliche Bekehrung, die Autorität der Bibel und die aktive Evangelisierung betont. Die Bezeichnung ist nicht identisch mit „evangelisch" im Sinne der evangelischen Landeskirchen; sie umfasst Freikirchen, Gemeinschaften und Teile des Landeskirchen-Protestantismus.
Encyclopaedia Britannica: Evangelicalism, Quelle
Evangelium / Evangelien
Evangelium heißt „Gute Nachricht" und meint die frohe Botschaft von Jesus Christus. Im Neuen Testament steht es für vier Schriften: Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. Sie berichten das Leben, Wirken, Leiden, die Auferstehung und die Lehre Jesu aus je eigener Perspektive und mit je eigener Theologie.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 125
Exerzitien
Exerzitien sind geistliche Übungszeiten, oft nach dem Modell des Ignatius von Loyola, mit Gebet, Schriftlesung, Stille und persönlicher Begleitung. Sie dauern wenige Tage bis mehrere Wochen und finden in Exerzitienhäusern oder Klöstern statt. Das Ziel ist innere Klärung und eine vertiefte Beziehung zu Gott.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 2709
Exkommunikation
Exkommunikation ist der förmliche Ausschluss aus der kirchlichen Gemeinschaft als schwerste Kirchenstrafe. Sie schließt vom Empfang der Sakramente und von kirchlichen Ämtern aus, bedeutet aber nicht den Verlust der Taufe oder der Zugehörigkeit zu Christus. Die Rückkehr in die volle Gemeinschaft erfolgt durch Umkehr und Lossprechung.
Codex Iuris Canonici, can. 1331
F
Fegefeuer / Purgatorium
Das Fegefeuer (lateinisch Purgatorium) ist nach katholischer Lehre ein Zustand der Läuterung nach dem Tod für Menschen, die in der Gnade Gottes gestorben sind, aber noch nicht die Reinheit für den Himmel erlangt haben. Es ist kein zweites Höllenstrafmaß, sondern ein Zustand der Reinigung, getragen von Fürbitte und Hoffnung.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1030
Firmung
Die Firmung ist eines der sieben Sakramente der katholischen Kirche. Sie vollendet die Taufe und stärkt den Empfänger durch den Heiligen Geist für das christliche Zeugnis. Gespendet wird sie vom Bischof oder einem beauftragten Priester durch Handauflegung, Salbung mit Chrisam und die Worte „Sei besiegelt durch die Gabe des Heiligen Geistes."
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1285
Freikirchlich / Freikirchen
Freikirchen sind christliche Gemeinden, die sich unabhängig von den evangelischen Landeskirchen organisieren, etwa Baptisten, Methodisten, Mennoniten oder Pfingstgemeinden. Sie betonen häufig die freie Entscheidung zur Mitgliedschaft, die örtliche Eigenständigkeit und ein persönliches Bekehrungserlebnis.
Encyclopaedia Britannica: Free Church, Quelle
FSSPX / Piusbruderschaft
Die FSSPX (Fraternität des heiligen Priester Xaverius, lateinisch Fraternitas Sacerdotalis Sancti Pii X) ist eine traditionalistische Priesterbruderschaft, gegründet 1970 von Erzbischof Marcel Lefebvre. Sie lehnt mehrere Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils ab. Die Exkommunikation ihrer Bischöfe wurde 2009 aufgehoben; die kanonische Stellung der Bruderschaft ist weiterhin ungeklärt.
Dekret zur Aufhebung der Exkommunikation (2009), Quelle
Fünf Aggregate
Die Fünf Aggregate (skandhas) sind die buddhistische Analyse der Person: Körper, Empfindung, Wahrnehmung, Willensregungen und Bewusstsein. Keines von ihnen ist ein bleibendes Selbst. Die Lehre bildet die Grundlage für die buddhistische These vom Nicht-Selbst und für die Auflösung des Leidens.
Encyclopaedia Britannica: Skandha, Quelle
G
Gefallene Engel
Gefallene Engel sind nach katholischem Glauben Geistwesen, die Gott geschaffen hat, sich aber aus freier Entscheidung gegen ihn stellten. Die christliche Tradition nennt ihren Anführer Satan oder Teufel und die anderen Dämonen. Ihre Macht ist begrenzt; Christus hat das Böse besiegt.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 391–395
Glaubensdikasterium
Das Dikasterium für die Glaubenslehre, früher Glaubenskongregation genannt, ist die zentrale vatikanische Behörde für die Bewahrung und Vertiefung der katholischen Glaubens- und Sittenlehre. Es prüft lehramtliche Fragen, Verfahren gegen abweichende Lehren und die liturgische Ordnung. „Dikasterium" ist seit 2022 der vatikanische Sammelbegriff für alle Behörden der Kurie.
Glaubensdikasterium, Quelle
Gnade
Gnade ist Gottes unverdiente Zuwendung zum Menschen: seine Gegenwart, sein Mitgehen, seine Vergebung. In der katholischen Theologie unterscheidet man die heiligmachende Gnade (ein neuer Lebensgrund in Gott) und die aktuelle Gnade (Hilfen im Augenblick). Gnade ist weder Belohnung noch magische Kraft, sondern personales Geschenk.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1996
H
Heidelberger Katechismus
Der Heidelberger Katechismus von 1563 ist die wichtigste reformierte Bekenntnisschrift im deutschen Sprachraum. In 129 Fragen und Antworten entfaltet er Trost und Lehre des christlichen Glaubens, geprägt von der Theologie Calvins und Bullingers. Er wird heute in vielen reformierten Kirchen weltweit verwendet.
Encyclopaedia Britannica: Heidelberg Catechism, Quelle
Heiliger Stuhl
Der Heilige Stuhl (Sancta Sedes) bezeichnet den Papst zusammen mit der Römischen Kurie als oberstes Leitungsorgan der katholischen Weltkirche. Er ist Völkerrechtssubjekt und unterhält diplomatische Beziehungen. Der Begriff unterscheidet das Amt von der Stadt Rom und vom Vatikanstaat.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 882
Hieronymus
Hieronymus (um 347–420) war ein lateinischer Kirchenvater, Gelehrter und Bibelübersetzer. Er schuf in Bethlehem die lateinische Bibelübersetzung, die als Vulgata für Jahrhunderte prägend wurde. Daneben übersetzte er Schriften der Kirchenväter, verfasste Bibelkommentare und Briefe und gilt als Mitbegründer des abendländischen Mönchtums.
Stanford Encyclopedia of Philosophy: Jerome, Quelle
Hirtenbrief
Ein Hirtenbrief ist ein schriftliches Wort eines Bischofs an die Gläubigen seiner Diözese, oft zu Glaubens- oder Zeitfragen. Er wird im Gottesdienst verlesen oder veröffentlicht. Die Form reicht von lehramtlichen Stellungnahmen bis zu seelsorglichen Worten in besonderen Situationen.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1567
Hölle
Die Hölle ist nach katholischer Lehre der Zustand der endgültigen Selbstabwendung von Gott. Sie entsteht nicht durch Gottes Strafe im Sinn einer Rache, sondern durch die freie und endgültige Weigerung des Menschen, die Liebe Gottes anzunehmen. Die Hölle ist keine zweite Macht neben Gott, sondern die Tiefe seiner Abwesenheit.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1033
Homilie
Homilie (griechisch „Unterredung") ist der Fachbegriff für die Predigt innerhalb der Liturgie, insbesondere in der Messe. Sie erschließt das gelesene Schriftwort und verbindet es mit dem Leben der Gemeinde. Im Kirchenrecht gilt die Homilie als Teil der Liturgie selbst, nicht als freie Ansprache.
Codex Iuris Canonici, can. 767
I
Irenäus von Lyon
Irenäus von Lyon (um 135–200) war Bischof von Lyon und einer der wichtigsten Theologen des 2. Jahrhunderts. Er verteidigte die Einheit der Kirche gegen gnostische Bewegungen, prägte den Kanon der apostolischen Überlieferung und gilt als Vermittler zwischen Ost und West.
Stanford Encyclopedia of Philosophy: Irenaeus, Quelle
J
Jünger
Jünger heißt wörtlich „Schüler" oder „Lernender". Im Neuen Testament bezeichnet der Begriff die engsten Begleiter Jesu, die mit ihm ziehen, ihm zuhören und in seine Sendung hineinwachsen. Der Kreis der zwölf Apostel bildet unter den vielen Jüngern den festen Kern.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 520
K
Kanon (Schriften)
Der Kanon ist die verbindliche Liste der Bücher, die eine Kirche als Heilige Schrift anerkennt. Der katholische Kanon umfasst 46 Bücher des Alten Testaments (einschließlich der deuterokanonischen) und 27 Bücher des Neuen Testaments. Der Kanon entstand nicht durch Mehrheitsbeschluss, sondern durch das Zeugnis der apostolischen Überlieferung.
Päpstliche Bibelkommission: Die Inspiration und die Wahrheit der Heiligen Schrift, Quelle
Karma
Karma ist ein zentraler Begriff indischer Religionen. Er bezeichnet das Gesetz von Handlung und Folge: jede bewusste Tat hinterlässt eine Spur, die das eigene spätere Leben mitbestimmt. Im Hinduismus verbindet sich Karma mit der Vorstellung von Wiedergeburt, im Buddhismus steht es im Dienst der Befreiung vom Leiden.
Encyclopaedia Britannica: Karma, Quelle
Katechese
Katechese ist die Glaubensunterweisung, die Einführung in Inhalt und Praxis des christlichen Glaubens. Sie umfasst Schriftlesung, Glaubensbekenntnis, Gebet und Leben aus den Sakramenten. Katechese geschieht in Familie, Schule, Gemeinde und in vorbereitenden Wegen auf Taufe, Firmung und Erstkommunion.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 5
Katechumenat
Das Katechumenat ist die Vorbereitungszeit Erwachsener auf die Taufe, oft über Monate oder Jahre. In dieser Zeit lernen die Katechumenen Schrift, Gebet, Liturgie und Leben der Gemeinde kennen, begleitet von Paten und Priestern. Die Taufe wird in der Osternacht gefeiert.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1247
Kirchenrecht
Das Kirchenrecht (ius canonicum) ist die verbindliche Rechtsordnung der katholischen Kirche. Es regelt Liturgie, Sakramente, Ämter, Verfahren und Vermögensverwaltung. Hauptquelle ist der Codex Iuris Canonici von 1983. Es ist eigenständiges Recht, nicht abgeleitet vom staatlichen Recht, auch wenn historisch viele Wechselwirkungen bestehen.
Codex Iuris Canonici, Quelle
Kirchenväter
Kirchenväter sind die theologischen Lehrer der alten Kirche, deren Lehre als vorbildlich und rechtgläubig anerkannt wird, vor allem in den ersten acht Jahrhunderten. Sie haben das apostolische Zeugnis ausgelegt, die Glaubensregel formuliert und die dogmatischen Begriffe geprägt. Beispiele: Irenäus, Augustinus, Athanasius, Basilius, Hieronymus.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 78
Kommunion
Die Kommunion (lateinisch communio, „Gemeinschaft") ist der Empfang der Eucharistie, gewöhnlich unter der Gestalt des Brotes, in besonderen Fällen auch des Weines. Der Empfang drückt die Gemeinschaft mit Christus und mit der Kirche aus und nährt das geistliche Leben. In der katholischen Kirche wird die Erstkommunion in der Regel im Kindesalter vorbereitet und gefeiert.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1389
Konfession
Konfession bezeichnet eine bestimmte christliche Glaubensgemeinschaft mit eigener Lehre, Ordnung und Tradition, etwa katholisch, evangelisch-lutherisch, reformiert, orthodox. Der Begriff betont das Bekenntnis und die unterscheidende Lehre. „Konfessionell" meint: einer bestimmten Konfession zugehörig oder geprägt.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 836
Konkordienformel
Die Konkordienformel (Formula Concordiae) von 1577 ist die abschließende lutherische Bekenntnisschrift. Sie klärte innere Streitigkeiten der lutherischen Kirchen nach der Reformationszeit und formulierte eine gemeinsame Lehrgrundlage. Sie wird von vielen, aber nicht allen lutherischen Kirchen als verbindlich anerkannt.
Formula of Concord, Quelle
Kontemplation
Kontemplation (lateinisch contemplatio) ist das schweigende Verweilen vor Gott, oft ohne eigene Worte oder Gedanken. Sie wird in der christlichen Tradition als geschenkte Weise des Gebets verstanden, in der Gott selbst das Beten trägt. Die Übung zielt auf innere Ruhe und hörende Aufmerksamkeit.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 2724
Konzil
Ein Konzil ist eine Versammlung von Bischöfen, die in Gemeinschaft mit dem Papst verbindliche Lehre für die Gesamtkirche festlegen. Ökumenische Konzile wie Nizäa (325), Konstantinopel (381) oder Trient (1545–1563) gelten als höchste Lehrinstanz. Konzilien dienen der Klärung des Glaubens und der Erneuerung der Kirche.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 884
Koran / Maryam / Isa
Der Koran ist die Heilige Schrift des Islam. Maryam ist der arabische Name Marias; Isa der arabische Name Jesu. Beide haben im Koran einen herausgehobenen Platz. Isa wird als Prophet und Messias geehrt, nicht als Gott oder Sohn Gottes. Die Namen öffnen ein Gespräch, das Unterschiede nicht verwischt.
Encyclopaedia Britannica: Quran, Quelle
Korintherbrief
Der Erste und Zweite Brief des Apostels Paulus an die Korinther gehören zum Neuen Testament. Paulus schrieb sie an die von ihm gegründete Gemeinde in Korinth. Sie behandeln Fragen der Einheit, der Sittlichkeit, der Geistesgaben, der Auferstehung und der Gestaltung der christlichen Gemeinschaft.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 128
Kosmologisch
Kosmologisch heißt: vom Weltganzen her gedacht. Ein kosmologischer Gottesbeweis geht von der Existenz und Ordnung des Universums aus und sucht nach einem hinreichenden Grund für das Dasein. In der Philosophie zählt er neben dem ontologischen zu den klassischen Argumenten für die Existenz Gottes.
Stanford Encyclopedia of Philosophy: Cosmological Argument, Quelle
Krankensalbung / Krankenkommunion
Die Krankensalbung ist eines der sieben Sakramente, gespendet an schwer Erkrankte oder alte Menschen durch Salbung mit Krankenöl und Gebet. Sie stärkt den Empfänger im Leiden, verbindet das Leiden mit Christus und kann die innere Bereitschaft zur Begegnung mit Gott vertiefen. Die Krankenkommunion bringt die Eucharistie zu denen, die nicht mehr am Gottesdienst teilnehmen können.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1499
Kreuzesopfer
Das Kreuzesopfer ist das einmalige und vollendete Sühnopfer Jesu Christi am Kreuz für die Sünden der Welt. Nach katholischer Lehre wird es in der Eucharistie nicht wiederholt, sondern sakramental gegenwärtig. „Sakramentale Vergegenwärtigung" meint: das Geschehen von Golgota wird im Heiligen Geist hier und jetzt wirksam gegenwärtig, ohne es zu verdoppeln.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1364
Kreuzzeichen
Das Kreuzzeichen ist die Grundgeste des christlichen Betens: Mit der Hand Stirn, Brust und Schultern berühren, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Es ist ein Glaubensbekenntnis in Bewegung und erinnert an Taufe, Tod und Auferstehung Jesu.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 2157
Kundalini
Kundalini bedeutet wörtlich „die Aufgerollte“. In unterschiedlichen tantrischen und yogischen Traditionen bezeichnet sie eine Gottheit oder eine als Kraft verstandene Größe, deren Erwachen mit geistlicher Befreiung verbunden wird. Die Deutungen unterscheiden sich erheblich; Kundalini gehört zu einer spirituellen Praxis und nicht zu einer neutralen Bewegungsanweisung.
Oxford Bibliographies in Hinduism: Kuṇḍalinī, Quelle
L
Laien / Laie
Laie ist jeder getaufte Christ, der nicht das Weihesakrament empfangen hat. Die Laien sind berufen, die Botschaft des Evangeliums in der Welt zu bezeugen: in Familie, Beruf, Politik und Kultur. Ihre Sendung ist nicht zweitrangig gegenüber der Hierarchie, sondern eine eigene Weise, am priesterlichen, prophetischen und königlichen Amt Christi teilzuhaben.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 897
lectio divina
Lectio divina („geistliches Lesen") ist eine alte Form des Gebets mit der Heiligen Schrift. Sie verläuft in vier Schritten: Lesen (lectio), Betrachten (meditatio), inneres Gebet (oratio) und Verweilen (contemplatio). Ziel ist nicht Bibelwissenschaft, sondern dass Gottes Wort im eigenen Leben wirksam wird.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 2708
Lehramt
Das Lehramt (magisterium) ist die verbindliche Lehrautorität der katholischen Kirche. Es liegt beim Papst und den mit ihm verbundenen Bischöfen und umfasst die authentische Auslegung des Glaubens und der Sitte. Das Lehramt verkündet nicht eigenmächtig, sondern in Treue zur Heiligen Schrift und zur apostolischen Überlieferung.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 85
Liturgie
Liturgie ist die feierliche Gestalt des öffentlichen Gottesdienstes der Kirche, vor allem die Feier der Eucharistie und der Sakramente. Sie folgt festgelegten Ordnungen (Riten), Gebeten, Gesängen und Gesten. Liturgie dient der Verherrlichung Gottes und der Heiligung der Menschen.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1066
Lutheranisch
Lutherisch bezeichnet die evangelisch-lutherische Bekenntnistradition, die auf Martin Luther und die Reformation von 1517 zurückgeht. Sie betont die Rechtfertigung allein aus Gnade durch den Glauben, die Autorität der Schrift und das Priestertum aller Getauften. Das Augsburger Bekenntnis und die Konkordienformel gehören zu den Hauptbekenntnisschriften.
Augsburger Bekenntnis, EKD
M
Manifestieren / Gesetz der Anziehung
Manifestieren meint im heutigen Sprachgebrauch sehr Verschiedenes: Ziele aufschreiben, sich innerlich auf eine Aufgabe vorbereiten oder die Vorstellung, Gedanken und innere „Schwingung“ erzeugten unmittelbar Wohlstand, Gesundheit oder Beziehungen. Christlich unbedenklich sind Planen, Hoffen und verantwortliches Handeln. Problematisch wird es, wenn eine unpersönliche kosmische Kraft durch Gedanken oder Rituale beherrschbar gemacht werden soll.
Päpstliche Räte für Kultur und Interreligiösen Dialog, Jesus Christ the Bearer of the Water of Life, 305–320, 361
Mantra / Mantras
Ein Mantra ist in hinduistischen und buddhistischen Traditionen eine heilige Silbe, Lautfolge, Formel oder Anrufung, die gesprochen, gesungen oder innerlich wiederholt wird. Mantras können verständliche Wörter enthalten oder ohne gewöhnlichen Satzsinn sein. Ihre religiöse Bedeutung hängt von Tradition und Verwendung ab.
Encyclopedia of Religion: Mantra, Quelle
Mäßigung
Mäßigung (lateinisch temperantia) ist eine der vier Kardinaltugenden: das rechte Maß in Lust und Verlangen. Sie zielt nicht auf Verdrängung, sondern auf innere Freiheit gegenüber Trieben, Konsum und Ablenkung. In der katholischen Tradition gehört sie zur Grundhaltung des christlichen Lebens.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1809
Materialismus
Materialismus ist die philosophische Auffassung, dass nur die Materie und ihre Bewegungen wirklich seien. Geist, Seele, Gott gelten dann als Begleiterscheinungen oder Hirngespinste. Christliche Schöpfungslehre verneint dies: die Welt ist geschaffen, der Mensch Person, Gott personales Geheimnis.
Stanford Encyclopedia of Philosophy: Materialism, Quelle
Meditation (christlich / säkular)
Meditation meint das gezielte Verweilen bei einem Gedanken, Bild oder Wort, oft in Stille. Säkulare Formen zielen auf Entspannung, Selbstregulation oder Konzentration. Christliche Meditation führt in ein hörendes Gegenüber zu Gott: Schriftwort, Symbol, Atemgebet. Beide Formen können ähnlich aussehen, unterscheiden sich aber in ihrer letzten Ausrichtung.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 2705
Menschwerdung
Menschwerdung (theologisch Inkarnation) ist die Lehre, dass Gottes ewiger Sohn in Jesus Christus wahre menschliche Natur angenommen hat, ohne seine göttliche aufzugeben. Er ist wahrer Gott und wahrer Mensch in einer Person. Bekenntnisgrundlage ist das Glaubensbekenntnis von Chalcedon (451).
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 463
Meridiane
Meridiane sind in der traditionellen chinesischen Medizin gedachte Leitbahnen, in denen Qi zirkulieren soll. Sie sind keine anatomisch nachgewiesenen Blutgefäße oder Nervenbahnen. Der Begriff erklärt eine medizinisch und weltanschaulich geprägte Tradition; er ist nicht automatisch eine Aussage über christliches Gebet oder geistliche Heilung.
National Center for Complementary and Integrative Health: Traditional Chinese Medicine, Quelle
Messe
Die Messe ist die katholische Feier der Eucharistie, der Höhepunkt des christlichen Gottesdienstes. Sie umfasst Wortgottesdienst (Schriftlesungen, Predigt) und Eucharistiefeier (Gabenbereitung, Wandlung, Kommunion). Der Begriff kommt von der lateinischen Sendung (missa) am Ende der Feier und bedeutet nicht „Gottesdienst" im allgemeinen Sinn.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1322
Die Eucharistie als Quelle und Höhepunkt bei Source & Summit ↗Messias
Messias (hebräisch maschiach, „der Gesalbte") bezeichnet im Judentum den von Gott verheißenen endzeitlichen Retter, König und Befreier Israels. Jesus von Nazareth wird von den Christen als dieser verheißene Messias bekannt. Der Titel verweist auf Salbung und Bevollmächtigung durch Gott.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 436
Messias (im Islam)
Im Islam ist „al-Masīḥ" ein Ehrentitel Jesu, der ihn als „Gesalbten" auszeichnet. Er verweist nicht auf den christlichen Messias-Glauben, sondern auf Jesu besondere Erwählung und seinen Zeichencharakter. Jesus heißt im Koran „Isa" und gilt als Prophet und Diener Gottes, nicht als Gott oder Sohn Gottes.
Encyclopaedia Britannica: Messiah in Islam, Quelle
Mutter Gottes / Theotokos
Mutter Gottes (griechisch Theotokos, „Gottesgebärerin") ist der älteste Titel Marias, festgelegt auf dem Konzil von Ephesus (431). Er schützt die christologische Wahrheit: das Kind, das Maria trägt, ist wahrer Gott. Der Titel ehrt Maria, weil sie den Sohn Gottes leiblich empfangen hat, und sagt mehr über Jesus als über Maria.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 495
N
Nächstenliebe
Nächstenliebe (griechisch agape) ist die christliche Grundhaltung, den anderen um seiner selbst willen anzunehmen und ihm zu dienen. Sie entspringt der empfangenen Liebe Gottes und ist Frucht des Heiligen Geistes, nicht bloß moralische Forderung. Im Doppelgebot der Liebe verbindet sie sich untrennbar mit der Liebe zu Gott.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1822
Naturrecht
Naturrecht ist die philosophisch-theologische Lehre, dass es eine jedem Menschen eingestiftete sittliche Grundordnung gibt, erkennbar an der Vernunft, unabhängig von staatlichen Gesetzen. Sie verpflichtet, das Gute zu tun und das Böse zu meiden. Die katholische Moraltheologie sieht im Naturrecht eine Mitgift des Schöpfers und Grundlage der Menschenrechte.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1954
Nicht-Selbst / Anatta
Anatta (Pali; Sanskrit anātman) ist die buddhistische Lehre, dass es kein dauerhaftes, unveränderliches Selbst gibt, weder in der Person noch in den Dingen. Was wir „Ich" nennen, ist ein Strom von Aggregaten. Die Einsicht in das Nicht-Selbst ist Voraussetzung für die Befreiung vom Leiden.
Encyclopaedia Britannica: Anatta, Quelle
Nirvana
Nirvana ist im Buddhismus das Endziel des Heilsweges: das Erlöschen von Gier, Hass und Verblendung und damit die Befreiung vom Kreislauf der Wiedergeburt. Es ist kein irdisches Paradies, sondern ein Zustand vollkommener Freiheit und Klarheit. Der Weg dorthin führt über die Vier Edlen Wahrheiten und den Achtfachen Pfad.
Encyclopaedia Britannica: Nirvana, Quelle
Nostra aetate
Nostra aetate („In unserer Zeit") ist die Erklärung des Zweiten Vatikanischen Konzils über die Beziehung der katholischen Kirche zu den nichtchristlichen Religionen (1965). Sie würdigt das in anderen Religionen Wahre und Heilige und bekräftigt den Dialog. Zugleich bezeugt sie die Einzigartigkeit Jesu Christi und der Kirche.
Nostra aetate, Quelle
O
Offenbarung
Offenbarung (griechisch apokalypsis) ist Gottes Selbstmitteilung an den Menschen. In der Schöpfung und im Gewissen spricht Gott auf natürliche Weise, in der Geschichte Israels und in Jesus Christus auf übernatürliche und endgültige Weise. Die Heilige Schrift und die apostolische Überlieferung bezeugen die Offenbarung verbindlich.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 50
Orthodoxe Kirchen
Die Orthodoxen Kirchen sind die aus den Ostkirchen hervorgegangenen Gemeinschaften, die in apostolischer Sukzession stehen und die Beschlüsse der ersten sieben ökumenischen Konzilien anerkennen. Sie haben eigene liturgische und geistliche Traditionen, eigene Patriarchate und Synoden. Mit der katholischen Kirche teilen sie Taufe, Schrift und frühe Konzilien, unterscheiden sich aber in Fragen der Ekklesiologie und des Primats.
Lumen gentium, Nr. 23
Osterevangelium
Das Osterevangelium umfasst die Berichte der Evangelien und der Apostelgeschichte über die Auferstehung Jesu, die Begegnungen mit den Frauen und Jüngern, das leere Grab. „Osterzeugnis" bezeichnet darüber hinaus die gesamte apostolische Verkündigung der Auferstehung, die Grundlage des christlichen Glaubens ist.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 639
Ostern / Osterfest
Ostern ist das älteste und höchste Fest des Kirchenjahres. Es feiert die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. Der Ostersonntag ist kein einmaliges Datum: jeder Sonntag ist ein wöchentliches Osterfest, Gedächtnis der Auferstehung. Die österliche Zeit dehnt die Feier über fünfzig Tage bis Pfingsten aus.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1169
P
Palliativmedizin
Palliativmedizin ist die fachgerechte Begleitung schwerkranker und sterbender Menschen. Ihr Ziel ist nicht Heilung um jeden Preis, sondern Linderung von Schmerzen, Atemnot, Übelkeit und seelischer Not sowie die Stärkung von Autonomie und Würde bis zuletzt. Sie steht ausdrücklich gegen jede Form aktiver Sterbehilfe.
Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin, Quelle
Papst
Der Papst (lateinisch papa, „Vater") ist der Bischof von Rom und das Oberhaupt der katholischen Kirche. Er gilt als Nachfolger des Apostels Petrus und als sichtbares Einheitsband der Weltkirche. Sein voller Titel verbindet Petrusamt, Bischofsamt und Leitung der Weltkirche.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 882
Patañjali / Yoga-Sūtra
Patañjali ist der traditionelle Verfasser der Yoga-Sūtra, des ältesten systematischen Textes der Yoga-Philosophie, vermutlich um die Zeitenwende verfasst. Das Werk fasst die klassische Lehre des Yoga zusammen, vor allem den Achtfachen Pfad (Ashtanga) als Weg zu innerer Klarheit und Befreiung.
Encyclopaedia Britannica: Patanjali, Quelle
Paulus
Paulus (auch Saul von Tarsus, um 5–65 n. Chr.) war ein jüdischer Pharisäer, der nach einer Christuserscheinung vor Damaskus zum Apostel wurde. Er gründete Gemeinden im östlichen Mittelmeerraum und verfasste einen großen Teil der neutestamentlichen Briefe. Er gehört nicht zum Kreis der Zwölf, ist aber einer der einflussreichsten Apostel.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 442
Pfarrei
Die Pfarrei (lat. paroecia) ist die rechtlich verfasste Ortsgemeinde der katholischen Kirche unter der Leitung eines Pfarrers. Sie umfasst einen festen Sprengel, eigene Vermögensverwaltung und Vertretungsorgane (Pfarreirat). In Deutschland gehören fast alle Katholiken einer Pfarrei an, oft einem Seelsorgebereich oder einer Pfarreiengemeinschaft.
Codex Iuris Canonici, can. 374
Pfarrer
Der Pfarrer (lat. parochus) ist der Priester, der eine Pfarrei leitet. Er ist für die Verkündigung, die Feier der Sakramente, die Seelsorge und die Verwaltung der Gemeinde verantwortlich. Er empfängt die sakramentale Vollmacht durch die Priesterweihe und den kirchenrechtlichen Auftrag durch den Bischof.
Codex Iuris Canonici, can. 519
Q
Qi
Qi ist ein zentraler Begriff chinesischer Traditionen und wird oft mit „Lebensenergie“ übersetzt. Seine Bedeutung unterscheidet sich je nach Schule und Zusammenhang. Qi ist kein Begriff der modernen Anatomie. Behauptungen, Qi diagnostizieren, lenken oder als geistliche Heilskraft einsetzen zu können, brauchen deshalb eine genaue Prüfung.
Li Cunshan: A Philosophical Interpretation of Qi, Quelle
Qigong
Qigong bezeichnet chinesische Übungsformen, die Bewegung, Atmung und Aufmerksamkeit verbinden. Je nach Schule gehören Vorstellungen von Qi, Gesundheit, Selbstkultivierung oder spiritueller Praxis dazu. Das Wort allein sagt daher noch nicht, ob ein Angebot Bewegungsübung bleibt oder eine religiöse und weltanschauliche Deutung vermittelt.
National Center for Complementary and Integrative Health: Qigong, Quelle
R
Realpräsenz
Realpräsenz ist die katholische Lehre, dass Jesus Christus in der Eucharistie wahrhaft, wirklich und wesentlich gegenwärtig ist, Leib und Blut, Seele und Gottheit, unter den Gestalten von Brot und Wein. Diese Gegenwart ist keine Erinnerung und kein Symbol, sondern die sakramentale Vergegenwärtigung des einmaligen Opfers am Kreuz.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1373
Reformiert / Reformierte Tradition
Reformiert bezeichnet die protestantische Tradition, die auf Huldrych Zwingli in Zürich und Johannes Calvin in Genf zurückgeht. Sie betont die Souveränität Gottes, die Erwählungslehre und eine schlichtere liturgische Gestalt. Heute sind reformierte Kirchen vor allem in der Schweiz, in den Niederlanden und in Teilen Deutschlands und Ungarns verbreitet.
Encyclopaedia Britannica: Calvinism, Quelle
Reich Gottes
Das Reich Gottes ist die zentrale Botschaft der Verkündigung Jesu. Es ist kein irdisches Territorium, sondern Gottes Herrschaft, die in Jesus anbricht: Heilung, Vergebung, Gerechtigkeit, Frieden. Christen leben in der Spannung, dass dieses Reich schon angebrochen ist und doch auf seine Vollendung wartet.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 541
Reiki
Reiki ist eine im 20. Jahrhundert in Japan entstandene Praxis, bei der ein Behandler durch Hände auf oder über dem Körper eine „universelle Lebensenergie“ weitergeben soll. Es ist nicht dasselbe wie Massage oder medizinische Behandlung. Für das behauptete Energiefeld gibt es keine wissenschaftlichen Belege; Reiki darf eine ärztliche oder therapeutische Behandlung nicht ersetzen.
National Center for Complementary and Integrative Health, Reiki
Reinkarnation
Reinkarnation oder Wiedergeburt ist die Vorstellung, dass die Seele nach dem Tod in einem neuen Leib wiedergeboren wird. In verschiedenen indischen Traditionen unterschiedlich entfaltet, ist sie kein einheitlicher Begriff. Sie unterscheidet sich von der christlichen Auferstehung des Leibes grundlegend, weil sie kein einmaliges Gericht und keine endgültige Vollendung kennt.
Encyclopaedia Britannica: Reincarnation, Quelle
Requiem
Das Requiem (lat. requiem aeternam dona eis, „gib ihnen die ewige Ruhe") ist die Totenmesse, die katholische Eucharistiefeier für Verstorbene. Sie enthält Fürbitten für die Seelen der Verstorbenen; die Sequenz Dies irae ist heute fakultativ. Im Wortlaut kommt der Glaube an die Auferstehung und das ewige Leben zum Ausdruck.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1689
Rosenkranz
Der Rosenkranz ist ein katholisches Gebet, das die Wiederholung des Ave Maria mit der stillen Betrachtung der Geheimnisse des Lebens Jesu und Marias verbindet. Er besteht aus vier Gesatzgruppen mit je fünf Geheimnissen: freudenreiche, lichtreiche, schmerzreiche und glorreiche. Der Rosenkranz kann allein, in Gruppen oder in der Familie gebetet werden.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 2678
S
Sakrament
Ein Sakrament ist ein von Jesus Christus eingesetztes sichtbares Zeichen, durch das Gottes Gnade im Heiligen Geist wirksam wird. Die katholische Kirche zählt sieben Sakramente: Taufe, Firmung, Eucharistie, Buße, Krankensalbung, Weihe und Ehe. Sie sind keine menschlichen Erfindungen, sondern Begegnungen mit dem handelnden Christus.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1113
Sakrament der Versöhnung
Das Sakrament der Versöhnung (Beichte, Bußsakrament) ist die kirchliche Feier der Vergebung, in der der reuige Sünder seine Schuld vor Gott bekennt, durch den Priester die Lossprechung empfängt und eine Buße aufgetragen bekommt. Der Priester handelt dabei in der Person Christi. Die Beichte bewahrt das persönliche Bekenntnis und schützt zugleich den Beichtenden vor Vergessen oder Verzerrung.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1422
Säkular / Säkularität
Säkular (lat. saeculum, „Weltzeit") bezeichnet das Weltliche, nicht Kirchliche. In der Theologie steht „säkular" für Ordnungen, die nicht zur amtlichen Heilsverwaltung gehören: Staat, Wirtschaft, Wissenschaft. Christliche Schöpfungslehre bejaht ihre Eigenständigkeit, sieht sie aber unter Gottes Herrschaft.
Gaudium et spes, Nr. 36
Schisma
Schisma (griechisch „Spaltung") bezeichnet die formale Trennung von Kirchengemeinschaft, ohne dass die gemeinsame Glaubensgrundlage aufgegeben wird. Das Große Schisma von 1054 trennte die Westkirche von den meisten Ostkirchen, die Reformation 1517 führte zur Spaltung in katholische und evangelische Konfessionen. Schisma betrifft die Einheit, nicht notwendig den Glauben.
Unitatis redintegratio, Nr. 13
Seelsorge
Seelsorge ist der pastorale Dienst der Kirche an einzelnen Menschen und Gruppen: Gespräch, Begleitung, Beichte, Krankensalbung, Sterbebegleitung, Sakramentenspendung. Sie geschieht im Auftrag der Kirche und mit priesterlicher Vollmacht, oft in Krankenhaus, Altenheim, Gefängnis, Militär oder Gemeinde.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1533
Selige / Heilige
Heilige sind Menschen, die in besonderer Weise Christus nachgefolgt sind und deren Tugend oder Martyrium von der Kirche anerkannt ist. Die Seligsprechung ist ein erster Schritt, die Heiligsprechung bestätigt die vorbildliche Heiligkeit. Heilige werden um ihre Fürbitte angerufen, ihre Gedenktage gehören zum Kirchenjahr.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 828
Seligpreisungen
Die Seligpreisungen sind die Eröffnungsworte der Bergpredigt (Matthäus 5,3–12). Jesus preist die Armen, Sanftmütigen, Trauernden, Hungernden und Verfolgten glücklich, nicht weil ihr Zustand erstrebenswert ist, sondern weil Gott ihnen seine Nähe und sein Reich zusagt. Sie sind Verheißung, nicht moralische Forderung.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1716
sola scriptura
Sola scriptura („allein die Schrift") ist der reformatorische Grundsatz, dass die Heilige Schrift die oberste Autorität für den christlichen Glauben ist. Die katholische Lehre erkennt die hohe Autorität der Schrift an, sieht sie aber nicht ohne die apostolische Überlieferung und das Lehramt der Kirche. Der Grundsatz ist bis heute ökumenisch umstritten.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 113
Stundengebet
Das Stundengebet (lat. opus Dei, „Werk Gottes") ist das tägliche Gebet der Kirche, gegliedert in Laudes (Morgen), Vesper (Abend), Komplet (Nacht) sowie Terz, Sext und Non. Es betet die Psalmen, Schriftlesungen und Fürbitten im Tageslauf der Kirche. Viele Ordensgemeinschaften feiern es choral, Christen können es im „Stundenbuch" mitvollziehen.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1174
Synodaler Weg
Der Synodale Weg (2020–2023) war ein Reformprozess der katholischen Kirche in Deutschland. In vier Vollversammlungen berieten Bischöfe und Delegierte des Zentralkomitees der deutschen Katholiken über Machtverteilung, Sexualmoral und priesterliche Lebensform. Die Ergebnisse wurden von Rom teilweise korrigiert.
Erklärung des Heiligen Stuhls zum Synodalen Weg (2022), Quelle
T
Tarot / Tarotkarten
Tarotkarten sind Bildkarten, die historisch auch als Spielkarten verwendet wurden. Als Anlass zum Nachdenken oder als Spiel sind sie nicht automatisch eine Wahrsagepraxis. Werden sie aber befragt, um Zukunft, verborgene Ursachen oder Botschaften einer geistigen Macht zu erfahren, werden sie als Orakel gebraucht und fallen unter die christliche Kritik an Wahrsagerei.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 2115–2117
Teilkirche
Teilkirche (lat. ecclesia particularis) ist eine kirchliche Gemeinschaft, die in Gemeinschaft mit dem Papst und den anderen Teilkirchen steht und einen eigenen Vorsitzenden hat, etwa eine Diözese, ein Patriarchat oder eine Metropolie. Die orthodoxen Kirchen sind ebenfalls Teilkirchen oder Gemeinschaften von Teilkirchen in voller apostolischer Überlieferung.
Lumen gentium, Nr. 23
Transsubstantiation
Transsubstantiation bezeichnet die Wesensverwandlung von Brot und Wein in den Leib und das Blut Jesu Christi beim Vollzug des Eucharistiegebetes. Die sinnlich wahrnehmbaren Gestalten (Aussehen, Geschmack) bleiben, die Substanz (das, was sie wirklich sind) wird gewandelt. Der Begriff wurde auf dem IV. Laterankonzil (1215) und von Trient (1551) verbindlich festgelegt.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1376
V
Vademecum
Ein Vademecum (lat. „geh mit mir") ist eine kirchenrechtliche Handreichung, die Verfahrenswege verbindlich erklärt. Das Vademecum des Glaubensdikasteriums zu Missbrauchsfällen regelt Meldepflichten, Untersuchungsschritte und den Schutz von Betroffenen. Es ist keine Lehrschrift, sondern eine praktische Verfahrensordnung.
Vademecum des Glaubensdikasteriums, Version 2.0
Vier Edle Wahrheiten
Die Vier Edlen Wahrheiten bilden den Kern der buddhistischen Lehre, wie sie in der ersten Predigt Buddhas in Sarnath entfaltet wurde: das Leben ist Leiden, die Ursache des Leidens ist die Begierde, die Aufhebung des Leidens ist möglich, der Weg dahin ist der Achtfache Pfad. Sie sind Diagnose und Therapie des menschlichen Daseins.
Encyclopaedia Britannica: Four Noble Truths, Quelle
Vorsehung
Vorsehung (lat. providentia) ist die biblisch-theologische Lehre, dass Gott seine Schöpfung mit Weisheit und Liebe lenkt, ohne den Menschen zu determinieren. Sie bedeutet nicht, dass jedes Geschehen gottgewollt ist, sondern dass Gott das Ganze auf ein gutes Ende hält. Der Glaube an die Vorsehung tröstet ohne Fatalismus.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 302
Vulgata
Die Vulgata ist die lateinische Bibelübersetzung, die der Kirchenvater Hieronymus Ende des 4. Jahrhunderts schuf. Sie wurde im Abendland über Jahrhunderte die maßgebliche Bibelübersetzung und prägte Theologie, Liturgie und Sprache des Westens. Auf dem Konzil von Trient wurde sie als offizielle lateinische Bibelausgabe der katholischen Kirche anerkannt.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 131
W
Wahrsagerei / Divination
Wahrsagerei oder Divination bezeichnet den Versuch, die Zukunft oder verborgenes Wissen durch Orakel, Karten, Pendel, Medien, Zeichen oder ähnliche Praktiken zu erfahren. Der katholische Glaube weist sie zurück, weil ein Mensch das Unverfügbare nicht durch ein Verfahren beherrschen soll. Das betrifft den behaupteten Gebrauch, nicht ein bloßes Spiel oder einen Gegenstand an sich.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 2115–2117
Wallfahrt
Eine Wallfahrt ist eine Pilgerreise zu einem heiligen Ort, oft einer Kirche, einem Kloster, einer Erscheinungsstätte oder dem Grab eines Heiligen. Sie verbindet Gebet, Buße und Gemeinschaft. Im katholischen Brauchtum sind etwa Lourdes, Fátima, Kevelaer, Altötting oder Santiago de Compostela bekannte Wallfahrtsorte.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 2691
Weiheamt / Priesterweihe
Das Weiheamt umfasst die drei Stufen Bischof, Priester und Diakon, die durch das Sakrament der Weihe übertragen werden. Die katholische Kirche bindet die Priesterweihe an das männliche Geschlecht; dies ist eine kirchenrechtlich und theologisch begründete Festlegung, die innerhalb der Ökumene kontrovers diskutiert wird. Frauen haben Zugang zu allen anderen kirchlichen Ämtern und Diensten.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1577
Z
Zweites Vatikanisches Konzil
Das Zweite Vatikanische Konzil (1962–1965) war die 21. ökumenische Konzilsversammlung der katholischen Kirche unter den Päpsten Johannes XXIII. und Paul VI. Es erließ sechzehn Dokumente zu Liturgie, Kirche, Offenbarung, Ökumene, Religionsfreiheit, Priestertum, Laien, Kirche in der Welt von heute und nichtchristlichen Religionen. Das Konzil leitete eine Erneuerung der Kirche und ihrer Sprache ein.
Sacrosanctum concilium, Quelle
Zwölf / Die Zwölf
Die Zwölf (griechisch hoi dōdeka) sind der Kreis der zwölf Apostel, die Jesus berief: Petrus, Andreas, Jakobus, Johannes, Philippus, Bartholomäus, Matthäus, Thomas, Jakobus von Alphaeus, Thaddäus, Simon und Judas Iskariot (nach dessen Verrat Matthias an seine Stelle trat). Sie stehen für die zwölf Stämme Israels und bilden das Fundament der Kirche.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 520